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Geiz ist geil

datePosted on 20:59, November 19th, 2008 by uffreescher

Nix gegen Sparsamkeit.

Auch nix dagegen zu sagen, daß von unserer Regierung Reformen beschlossen werden.

Ebenso ist manche Reform ja auch mal nicht für alle gut und es kommt auch Ungerechtigkeit dabei vor.

Es gibt nunmal keine Lösungen, die wirklich allen immer gerecht werden.

Doch was im Rahmen der Gesundheitsreformen bisher so beschlossen und geändert wurde, ist schon der Hammer.

Jetzt ist es also so, daß für Pflegehilfsmittel nur noch das absolut notwendigste genehmigt und bezahlt wird.

Das geht zwangsweise auf die Qualität. Aber nicht, weil es so vorgeschrieben ist, sondern weil die AOK zum Beispiel im Rahmen der Ausschreibung für Windeln, welche von Kranken die unter Inkontinenz leiden benötigt werden, ganz besonderen Wert darauf legte, den niedrigsten Preis zu erzielen. Und das wurde in den Ausschreibungspapieren auch genau so geschrieben: Zielgebung = niedrigster Preis.

Das Ergebnis sieht nun so aus, daß diese neuen Windeln von so miserabler Qualität sind, daß sie den Patienten kaum noch trocken halten.

Was soll dieser Mist?

Ja, ich kann es nicht mehr hören, daß die Krankenkassen nunmal enorme Ausgaben haben, weil die Menschen immer älter werden und demnach auch eine erhöhte Anzahl von Kranken und Pflegebedürftigen existiert. Na und? Warum werden denn dann die Beiträge immer weiter erhöht? Dient das nicht dem Zweck die Differenz auszugleichen, die durch die höheren Kosten entstanden ist? Und wofür ist dann der einheitliche Beitrag von 15,5% ab kommenden Januar gedacht?

Aber das interessiert ja nicht, schonmal garnicht die Krankenkassen – wobei ich in solchen Zusammenhängen immer wieder nur von der AOK höre. Sie sind nicht nur die mit den höchsten Beiträgen, nein oftmals auch die mit den geringsten Leistungen bzw. mit den höheren Streichungen.

Ich habe mich vor rund 2 Jahren tierisch darüber aufgeregt, daß z.B. die Vorsorge für grünen und grauen Star von den Kassen nicht mehr übernommen wird. 20€ muß man zahlen, wenn man diese früher mal kostenlose Vorsorgeuntersuchung nun durchführen lassen will. Warum wird diese Vorsorgeuntersuchung nun nicht mehr bezahlt? Es ist doch nicht so, daß man sich nur mal so aus Spaß auf so ‘nen Star untersuchen läßt. Gerade als Brillenträger weiß man auch so schon wie wichtig das Augenlicht ist. Und wenn ich dann z.B. beim Lesen eines Buches feststelle, daß da ein komischer Fleck im Blickfeld ist, dann mache ich mir halt ordentlich Gedanken.

Jetzt gibt es ja auch nicht grad wenige Menschen in Deutschland, die infolge Erwerbslosigkeit grad mal so über den Monat kommen … wenn überhaupt. Die haben ganz einfach keine 20€ übrig um z.B. diese Vorsorge zu bezahlen. Also was macht derjenige dann? Ebend! Er läßt sich nicht untersuchen, auch wenn bei positivem Befund die Kosten von der Kasse getragen werden. Weiß man ja vorher nunmal nicht, ob man grauen Star hat oder ob es einfach nur eine Störung der Netzhaut ist.

Wenn ich dazu noch bedenke, daß durch eine frühzeitige Erkennung und Behandlung sogar Heilung möglich ist, dann packe ich mir an den Kopp, warum die Kassen die Vorsorgeuntersuchung nicht mehr übernehmen. Die Kosten steigen doch sehr, sobald nicht durch eine Tropfentherapie sondern eine Operation geheilt werden kann. Wie hoch die Kosten bei Erblindung sind, scheint dann erst recht niemanden zu interessieren.

Wobei … grad dann, also wenn man erblindet und zum Pflegefall wird, wirds für die Kassen ja wieder richtig billig, weil sie ja mächtig Geld bei den Pflegehilfsmitteln einsparen. Dann gibts halt keinen Blindenhund mehr, sondern ein einfacher Blindenstock reicht. Außerdem hat der Patient doch sicher Familie, die ihn unterstützt. Diese Kosten übernimmt die Kasse ja eh nie vollständig und kann daher noch mehr sparen.

Ja, eigentlich garnicht mal so falsch, wie die Kassen kalkulieren.

:oldman:

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