|
Posts Tagged ‘Ulla Schmidt’
Das Sommerloch ist mal wieder deutlich zu spüren. Da regt sich die ganze Nation über die Ulla Schmidt auf, weil sie mit dem Dienstwagen in Spanien war. Hey, was soll das? Jeder, der einen Firmenwagen nutzt, fährt damit auch privat. Und wenn es sein muß sogar in den Urlaub. Und nur weil unserer Ministerin der Wagen nun gestohlen wurde, verurteilt jeder ihr Tun. Ich bin auch der Meinung, daß sie das Recht dazu hatte und nichts Verwerfliches daran zu finden ist. Gut, es ist natürlich eine ordentliche Strecke bis nach Spanien. Und es ist auch heftig, daß sie den Wagen samt Chaufeur nachkommen ließ. Aber trotzdem, ist halt rechtens und somit ok.
Vermutlich wird es noch so weit kommen, daß die eine große Boulevardzeitung den Rücktritt von Ulla Schmidt fordert, weil es sich schließlich für einen Politiker nicht gehört “die Steuergelder zum Fenster raus zu werfen”. Wenn wir, die nunmal teilweise auch Firmenwagen privat nutzen, das machen ist es aber sowas von in Ordnung, auch wenn wir damit steuerliche Vorteile erlangen und geltend machen Nee, mich reescht sowass tierisch uff, weil es einfach zu viele Neider auf der Welt gibt. Und in diesem Fall wird logischerweise mit dem Finger auf die Frau Ministerin gezeigt und gewettert, daß sie einerseits wegen der Gesundheitsreform den Kassen und Ärzten ans Geld will aber andererseits selbst Steuergelder verschleudert. Finde ich nicht. Ein Außendienstler fährt auch mit dem Dienstwagen quer durch Deutschland und versucht zum Beispiel armen Leuten blöde Staubsauger oder Kosmetika für teuer Geld zu verticken. Und wenn es möglich ist verbindet er das Ganze auch gleich mit einem Urlaub im Schwarzwald. Das Essen mit seiner Geliebten am Abend wir natürlich auch noch über die Spesen als Geschäftsessen abgerechnet. Aber wie es in Deutschland nunmal ist, spielt überall der Neid mit. Es wäre allen vermutlich lieber, wenn die Frau Schmidt während des Urlaub erstmal wieder zurück nach Deutschland gefahren wäre, hätte sich dann in Berlin entweder in den Dienstwagen oder einen Flieger gesetzt um dann ganz offiziell nach Alicante zu fahren/fliegen und dort zum dienstlichen Termin zu erscheinen. Anschließend wieder zurück nach Berlin und privat wieder nach Alicante. Denn sie macht ja schließlich Urlaub dort. Da sie aber noch einen 2. dienstlichen Termin ein paar Tage später hat, müßte sie nochmal den Rück- und Hinweg auf sich nehmen, damit bloß niemand was zu meckern hat. Daß es die Kosten vermutlich verdoppeln würde, interessiert dabei niemanden – Hauptsache schön spießig deutsch-korrekt! Wobei … vermutlich wäre das auch jemandem nicht recht gewesen, eben weil sie 2x gefahren ist. “Sie hätte doch schließlich ihren Urlaub verschieben können”, käme dann als Schlagzeile. Aber so sind se, die Deutschen. Alles schön korrekt und nach Vorschrift. Da blieb es nicht aus, daß nun ein findiger Reiseveranstalter richtig Kohle daraus macht, daß die Deutschen im Urlaub die Liegen mit ihren Handtüchern “reservieren”. Jetzt kann man schon vor Ulaubantritt “seine” Liege für schlappe 8€ pro Tag und Person reservieren. Kein Aufstehen bei Sonnenaufgang mehr um mit dem Stapel Handtücher zum Pool zu latschen. Ich find’s cool. Nur noch viel zu billig. Es sollten am Besten keine Liegen mehr draußen stehen, sondern nur noch gegen Gebühr verliehen werden. Oder es müßte jeder Handtuchverteiler verpflichtet werden, von dem Moment an, wo er sein Handtuch auf die Liege legt, da liegen zu bleiben. Essen darf er sich auch nicht holen und auch nicht bringen lassen. Manchmal könnte ich mich schon dafür schämen Deutscher zu sein. |
uffreesch.de is Stephen Fry proof thanks to caching by WP Super Cache